Moskau
Home
Reiseberichte

Reisebericht zur Russlandreise: Moskau - St. Petersburg

vom 31. Mai 1992 bis 07. Juni 1992

 

1. Tag: 31. Mai 1992

 

Um ca. zehn. Uhr ist es endlich soweit, ich werde von Kurt und seiner Mutter abgeholt. Wir fahren an den Mannheimer Hauptbahnhof. Bernd Oehler, der Meier-Redakteur, der bei dieser Reise dabei sein wird, wartet bereits. Die Tickets und alle anderen Unterlagen (darunter auch die Zugfahrkarten) hat sein Kollege - der Lift-Redakteur, der bereits in dem von Stuttgart kommend Zug sitzt. Um 11.04 Uhr fährt der IC pünktlich Richtung Mainz ab. Dort steigen wir in die S-Bahn, die uns direkt zum Flughafen bringt.

 

Um 13.10 Uhr geht es einchecken. Es sind viele andere Gruppen im Flugzeug; Nichtraucher- und Fensterplätze sind jetzt schon nicht mehr verfügbar, obwohl der Flieger erst um 14.40 Uhr abhebt.

 

Der Flug verläuft ziemlich ruppig. Naja, wir sitzen auch zwischen den Triebwerken, die bei dieser Bauart ganz hinten angebracht sind. Ansonsten kann man nichts Negatives sagen, denn die Piloten scheinen gut ausgebildet zu sein und starten und landen die Maschine sanft. Dafür läßt der Service zu wünschen übrig. Zum Essen gibt es eine Portion Rindergulasch mit sehr blassen, oval geschnittenen Kartoffeln, Blumenkohlstückchen und Bohnen. Dazu einen Salat mit einem Stück, das Tunfisch gewesen sein könnte - sicher ist sich da bis heute noch keiner - und einem undefinierbaren Nachtisch, der jedoch lecker ist.

 

In Moskau setzt das Flugzeug sanft auf. Die Passagiere applaudieren, als wären sie Pauschaltouristen. Zu früh allerdings, denn die Hälfte der Maschine war noch in der Luft und setzt erst einen kurzen Moment später vollständig auf. Der Flughafen erscheint ziemlich leer, aber das ändert sich, als sich unser vollbesetztes Flugzeug entleert.

 

Obwohl an der Paßkontrolle sämtliche Schalter, geöffnet werden, geht es langsam voran. Das hat den Vorteil, daß alle Koffer schon längst ausgeladen sind und bereit stehen. Jetzt gilt es, eine Zollerklärung auszufüllen. Was man nach dem Urlaub gerne wieder ausführen möchte, sollte man hier besser - angegeben haben. Kontrollen gibt es aber nicht. Ist auch nicht nötig, denn wir sind schließlich alle grundehrliche Menschen.

 

Draußen wartet bereits die Dolmetscherin Antonina. Es geht mit dem Bus zum Hotel. Die Straße ist ewig gerade und zieht sich lange hin. Würde der Busfahrer einschlafen und versehentlich 650 km weiter fahren, würden wir direkt in St. Petersburg landen, wo wir in 3 Tagen sein werden. Wir fahren also vorbei an allerlei prachtvollen Palästen, jeder Menge Denkmäler irgendwelcher Leute in parkähnlichen Anlagen, dem Roten Platz und Waschbetonplattenfertigbauhäusern der. Neuzeit (je nach Stil in den 30ern, 50ern, 70ern etc. gebaut).

 

Moskau hat eine. Ausdehnung auf 1000 qkm, 9,5 Millionen Einwohner, vier Flughäfen und acht Bahnhöfe. Moskau wird oft als eine grüne Stadt bezeichnet, da pro Einwohner noch ca. 20 qm Grünfläche zur Verfügung stehen. Dies sind hauptsächlich Waldstücke, die zwischen den Stadtteilen übrig geblieben sind.

 

Im Hotel müssen wir Pässe und Visa hinterlegen und erhalten dafür ein Kärtchen, für das man wiederum den Zimmerschlüssel erhält (und umgekehrt). Auf dem Kärtchen sind Namen und Zimmernummer notiert, was jedoch aufgrund der kyrillischen Schreibschrift niemand von uns nachvollziehen kann. Wir stürzen in den nächsten Fahrstuhl. Leider stellt sich heraus, daß dieser nur die ungeraden Stockwerke bedient, wobei wir natürlich in den 20sten müssen. Also überwinden wir wohl oder übel doch noch ein Stockwerk per Treppe. Endlich im richtigen Stockwerk angekommen, stellen wir fest, daß keine Etagenfrau da ist. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes die Schlüsselfigur eines russischen Hotels. Ein Mitreisender geht einen Stock tiefer und gibt Bescheid. Nun kommt endlich eine Frau, schaltet. das Licht ein, um daraufhin sofort in einem anderen Raum wieder zu verschwinden. Einer scherzt: „Das war jetzt die, die das Licht einschaltet...“ Doch es war wirklich die Etagenfrau, und sie gibt uns auch unsere Zimmerschlüssel, und so kommen wir endlich in unsere Zimmer.

 

Kurt und ich sind erst mal froh, daß wir uns unseres schweren Gepäcks entledigen können. Die Elektrik ist derart fahrlässig verlegt, daß einem deutschen Installateur graue Haare wachsen würden. Euro-Stecker passen! Oh Wunder, oh Wunder. Es sind ein Radio, ein Fernseher (s/w), ein Kühlschrank, ein Schreibtisch, viele Lampen und sogar ein Telefon (!!) vorhanden. Bei Gesprächen ins Ausland benötigt man jedoch die Vermittlung durch die Etagenfrau. Die Vermittlung erfolgt dann manuell und dauert oft sehr lange.

 

Zum Abendessen finden wir uns im Speisesaal des Hotels ein, das offensichtlich hauptsächlich Gruppen beherbergt. Unser Begrüßungsessen besteht aus einer zu einem Monolithen geformten Salatspeise, Brot mit Schmalz, einem nicht mehr ganz warmen Steak (Rind?), Bratkartoffeln, Rotkrautsalat, einer Gurkenscheibe und zum Nachtisch ein Eis. Zu trinken gibt es Wasser mit einem gewissen Beigeschmack, Champanskaje Sowjetskaje und Tee (mit Satz - leider konnte ich darin nichts lesen, war wohl russisch).

 

Wie man uns später erzählte kommt dieser undefinierbare Beige­schmack des Wassers daher, daß die Flaschen auch für andere Flüssigkeiten wie z.B. Petroleum usw. verwendet werden.

 

In der Hotelhalle steht ein Satellitentelefon mit Direktdurchwahl. Man kann es entweder mit einer Kreditkarte (Visa natürlich, und keine Eurocard) oder einer eigens dafür geeigneten, speziellen Telefonkarte in Gang bringen. Da jedoch eine Telefonkarte für 12 Minuten 150 DM kostet, entschließen wir uns zu einem zweiten Vermittlungsversuch über die Etagenfrau, schließlich heißt keiner von uns beiden Rockefeller oder so ähnlich.

 

Die Telefonvermittlung sollte jedoch, erst am nächsten Morgen erfolgreich sein.

 

 

2. Tag: 1. Juni 1992

 

Nach dem Frühstück starten wir mit unserer Stadtrundfahrt, auf der unsere Dolmetscherin viel zu laut ins Mikrofon spricht. Nebenbei erwähnt sie auch, daß sich ihr Monatsverdienst auf 3500 Rubel beläuft, bei einem statistischen Warenkorb von 2000 Rubel durchaus nicht wenig. Ein Rentner erhält derzeit nur 90 Rubel Rente, und ein Kilo Fleisch kostet 54 Rubel (umgerechnet ca. 1 DM).

 

Wir halten vor der Lomonossov-Universität auf dem Stalin-Hügeln, von wo aus man einen günstigen Blick über das Panorama Moskaus hat. An dieser Stelle sind auch viele Souvenir-Verkäufer zu finden.

 

Die Universität ist im Zuckerbäcker-Stil erbaut. An ihr studieren derzeit mehrere tausend Studenten aus aller Welt. Von hier aus sind es gerade mal 12 km bis zum Roten Platz.

 

Als nächstes besichtigen wir die Metro. Die Rolltreppen zu den Stationen sind aus Holz (30er Jahre), und sehr schnelllaufend. Beim Auf- und Abspringen ist durchaus Aufmerksamkeit angebracht. Die Fahrt mit der Metro kostet 15 Kopeken. Dafür erhält man eine spezielle Münze, mit der man in den Metro-Bereich hineinkommt; und wie wir später noch feststellen werden, gewisse Ähnlichkeiten mit der New Yorker Metro haben wird. Man wirft ganz einfach die Münze in einen Kasten. und passiert die Lichtschranke. Den Schwarzfahrern und Linkshändern droht eine herausklappende Stange, die durchaus Schmerzen bereiten kann, insbesondere, wenn sie zwischen die Beine trifft. Wir machen sodann eine Rundfahrt durch die interessantesten Metro-Stationen, die vom Interieur her eher an Kirchenschiffe erinnern und alle unterschiedlich prunkvoll gebaut sind.

 

Zu Mittag essen wir an diesem Tag in einem Ukrainischen Hotel. Das zum Essen gereichte Wasser ist stark mit Minze aromatisiert, wahrscheinlich, um den Chlorgeschmack zu übertönen. Zu Essen gibt es eine ukrainische Spezialität, etwas Gefülltes mit Teig umhüllt. Definieren konnte das niemand von uns, und den russischen Namen konnte sich natürlich auch niemand merken. Als Nachtisch gibt es ein Eis mit Marmelade.

 

Dann besichtigen wir den Roten Platz. Der Platz ist natürlich nicht rot, sondern besteht aus gewöhnlichem Kopfsteinpflaster. Der Platz ist ziemlich groß und enthält ein paar Markierungen.

 

An der Basilika lauschen wir mehr oder weniger interessiert den besonders ausführlichen Erklärungen unserer Dolmetscherin. Jeder Turm, den dieses Bauwerk enthält, steht für einen Sieg über die Tataren. Neben der Basilika ist der Rote Platz vom Kreml, mit dem Lenin-Mausoleum, dem historischen Museum und dem Kaufhaus Gum.

 

Im Kreml besichtigen wir desweiteren noch das Rüst-Haus. Dieses enthält viele wertvolle Einzelstücke, zum größten Teil aus der Zaren-Zeit. Neben internationaler Kunstgegenstände, die in Form. von Geschenken überbracht wurden, sind dort auch die prunkvollen Kutschen zu sehen, für die man sicherlich zehn Pferde brauchte, um diese vorwärtszubewegen. Unsere Dolmetscherin redet und erklärt so viel, daß sich schon einige damit trösten, daß sie ja zum Glück nicht in St. Petersburg dabei ist, wo wir noch die Eremitage besichtigen werden.

 

Zu Essen gibt es ein Steak mit Kartoffeln. Anschließend köpfen die anderen eine Wodka-Flasche nach der anderen und diskutieren über Gott und die Welt.

 

 

3. Tag: 2. Juni 1992

 

Auf der Busfahrt erklärt die Dolmetscherin teilweise zum zweiten Mal die Sehenswürdigkeiten, an denen wir schon öfter vorbeige­fahren sind. So groß diese Stadt auch ist, scheint es nicht viele bedeutende Durchgangsstraßen zu geben. Als Antonina uns auf einen Parkplatz aufmerksam macht, erntet sie nur ein leichtes Schmunzeln, denn 500.000 Autos in einer Stadt dieser Größenordnung erscheinen uns Westler noch relativ wenig. Daß man sein Auto nicht gerade überall abstellen darf, mag zwar für russische Verhältnisse durchaus von Bedeutung sein; für uns ist das jedoch Alltag und so erlangt auch dieser Hinweis keine besondere Bedeutung für uns.

 

Interessant jedoch ist, daß es in Moskau acht Bahnhöfe gibt. Namen wie Kiewer Bahnhof, Minsker Bahnhof und Rigaer Bahnhof etc. lassen vermuten, daß es offensichtlich für jedes Ziel einen eigenen Bahnhof gibt. Einen Durchgangsverkehr gibt es nicht, was zur Folge hat, daß ein Durchreisender mit der Metro oder einem Taxi an seinen Anschlußbahnhof kommen muß. Aber wer reist bei so einer Stadt ohne Aufenthalt durch?

 

Nach über einer Stunde Fahrt durch Moskau verlassen wir diese Stadt und besichtigen das Kloster in Sagorsk. Es enthält mehrere Kirchen verschiedener Stilrichtungen aus verschiedenen Epochen von verschiedenen Zaren. Was außerhalb der Klostermauern wie ein Flohmarkt anmutet, ist in Wahrheit so etwas ähnliches wie eine große Ansammlung von Souvenirverkäufern. Auch hier bringe ich wieder Geld unters Volk, indem ich eine handgefertigte Mamutschka erstehe.

 

Später besuchen wir innerhalb des Klosters noch das dazugehörige Museum, wo man vor dem Betreten zuerst Filzschuhe anziehen muß. Die dort ausgestellten Gegenstände sind sicherlich ganz nett, jedoch nicht gerade von höchstem Interesse.

 

Zum Mittagessen sind wir wieder in einem Restaurant, wo auf uns typische Spezialitäten irgendeiner Region Rußlands warten. Es gibt Borschtsch mit einem gefüllten Teigstück. Als Hauptgang gibt es wieder etwas gefülltes, das zwar schmeckte, aber niemand zu beschreiben in der Lage war. Als Nachtisch gab es ein Eis. Zu trinken gab es eine Flüssigkeit aus einem Krug, die evtl. kalter Tee mit Zitrone gewesen sein könnte.

 

Auf der Rückfahrt singen wir alle Happy Birthday im Bus, da unsere Dolmetscherin Antonina Geburtstag hat. Daraufhin trägt sie noch ein Stück russischen Liedgutes vor. Als sie dann "Hoch auf dem gelben Wagen" anstimmen möchte, wird sie sofort durch Rufe gestoppt, versucht es dann aber noch mit "Es ist ein Ros' entsprungen" und singt anschließend noch etwas Russisches. Als sie damit fertig war, klatschten die Leute meist eher aus Erleichterung, als aus Begeisterung.

 

Fast alle nutzen die ansonsten ereingnisarme Rückfahrt, um etwas vor sich hinzudösen. Am Arbeiter- und Bauerndenkmal halten wir an, um ein paar Fotos zu machen. Dieses Denkmal ist völlig überdimensioniert, was für diese Stadt jedoch absolut typisch zu sein scheint. Viele steigen später am Roten Platz aus, teilweise, um sich auf die Suche nach dem Moskauer McDonalds zu machen, der Rest der Gruppe fährt direkt zum Hotel weiter.

 

 

4. Tag: 3. Juni 1992

 

Beim Frühstück erzählt ein Mitreisender, daß ein im Zimmer herumliegender Schokoriegel verschwunden sei. Eine andere Mitreisende berichtet, daß von ihrem Shampoo genau die Hälfte regelrecht abgefüllt wurde. Dies könnte wohl das Werk einer Putzfrau gewesen sein denn Dinge, die offen herumstanden werden als Geschenk betrachtet.

 

Heute steht ein Besuch im Lenin-Mausoleum an. Wir müssen vorher alle Taschen und Fotoapparate abgeben, weil das Entfernen (!!) und Fotografieren der Leiche nicht erlaubt ist. Entlang der eingezeichneten Linien laufen wir den größtmöglichen Umweg, über den Platz, um mehrfach vom Ordnungspersonal auf mitgeführte Fotoapparate abgetastet zu werden. Im Mausoleum geht eine Treppe abwärts in einen relativ dunklen Raum, in dem Lenin in einem Glaskasten liegt. Alle laufen den Weg, der in einer Entfernung von etwa einem Meter um den Glaskasten führt, um Lenin herum und gelangen so auf der gegenüberliegenden Seite zur Treppe, die aufwärts wieder in Richtung Ausgang führt.

 

Der Rundgang führt uns dann noch an der Kreml-Mauer entlang, wo weitere ehemals wichtige Funktionäre begraben liegen. Namen wie Andropow, Tschernenko, Stalin und Breschnew kann ich mühevoll aus dem Russischen entziffern.

 

Anschließend gehen wir ins Gum. Das Gum ist das größte Kaufhaus in Moskau und macht eher den Eindruck einer Ladenpassage, denn es handelt sich hier größtenteils um viele für sich abgeschlossene Geschäfte. Sogar eine Karstadt-Filiale gibt es hier. Da diese Filiale vom deutschen Mutterhaus beliefert wird, gibt es keine Warenknappheit. Das einzige, was knapp werden kann, sind die Devisen, die die Kunden brauchen, um hier einzukaufen. Daß sich hier ein Rentner von seiner Monatsrente noch nicht einmal ein Stück Seife leisten kann, braucht man wohl nicht zu erwähnen.

 

Trotzdem herrscht hier ein Riesenandrang, der teilweise vom Ordnungspersonal geregelt werden muß. Insgesamt kann man sagen, daß das Gum architektonisch ein sehr interessantes Gebäude ist, das den Glanz vergangener Tage wiederspiegelt.

 

Nach einem Abstecher zu einer Galerie, in der sich einige Mitreisende mit irgendwelchen Gemälden eindeckten, betreten wir ein Restaurant, in dem uns georgische Küche erwartet. Die Esserei zieht sich über zwei geschlagene Stunden hin (14.00 bis 16.00 Uhr). Es kommen so viele Gänge mit so vielen Kleinigkeiten, daß es unmöglich ist zu bestimmen, welches denn nun noch zu den Vorspeisen zählt, und was die Hauptspeise ist, einmal ganz davon abgesehen, daß mal wieder niemand weiß, was das überhaupt ist, was wir da gerade essen. Während wir alle noch mit dem Essen beschäftigt sind, wird bereits eine Theke abmontiert und hinausgetragen (!).

 

Wir fahren zurück ins Hotel. Unsere Dolmetscherin weist uns darauf hin, daß wir spät in der Zeit sind. Ist ja auch kein Wunder, bei der ewigen Esserei vorhin. Jetzt müssen wir im Laufschritt unsere Koffer packen und die Zimmer aufgeben, "aber bitte nur 20 Minuten!" Am Jungfrauenkloster fahren wir nur vorbei. Wir sind für 17.15 Uhr im Moskauer Fernsehturm-Restaurant angemeldet. Schon wieder essen! Immerhin holen wir so viel Zeit auf, daß wir bis um 18.00 Uhr dort eintreffen.

 

Der Moskauer Fernsehturm ist insgesamt 540 Meter hoch und damit das zweithöchste künstliche Gebäude der Welt. Der höchste Fernsehturm steht in Toronto und ist mit 556 Meter gerade mal hoch genug, eine weitere Superlative der Russen zu überbieten. Das Restaurant befindet sich in 337 Meter Höhe und bietet einen mehr oder weniger atemberaubenden Ausblick auf die Stadt. Das wohl interessanteste Gebäude, das von hier aus zu erkennen ist, dürfte das halbrund gebaute Hotel Kosmos sein, das in der Nähe der russischen Leistungsschau (ehemals die sowjetische Leistungsschau) steht.

 

Die Leistungsschau ist auch das nächste, was wir besichtigen. Leider sind um diese Zeit die Hallen schon zu, das Freigelände ist jedoch noch begehbar. Wir finden dort einen triumpfbogenartigen Eingangsbereich, einen schmucken Säulenbau in der Mitte, zwei wirklich künstlerisch wertvolle Brunnen und einige technische Errungenschaften, die offensichtlich nicht mehr in eine der Hallen gepaßt haben, so z.B. eine Wostok-Rakete und ein betagtes. Passagierflugzeug russischer Bauart. Nachdem wir über das weitläufige Gelände spaziert sind und für ein Foto posierten, das dann in der Zeitschrift "meier" erscheinen sollte, fährt uns der Bus direkt zum Leningrader Bahnhof.

 

Im Bus wird dann das Trinkgeld für die Dolmetscherin eingesammelt. Als der Lift-Redakteur (die Reise war ja von Lift und meier gemeinsam initiiert) das Trinkgeld an Antonina übergibt, können wir erstmals erleben, daß ihr doch tatsächlich die Worte fehlen. Es hat ihr wohl die Sprache verschlagen. Was für uns nur ein "paar Mark" sind, ist für sie fast ein zusätzlicher Monatsverdienst und ermöglicht ihr den Einkauf heißbegehrter Waren in einem Devisengeschäft (z.B. in der Karstadt-Filiale im Gum). Man sieht ihr die Rührung sichtlich an, und es ist ihr anscheinend unangenehm, daß sie als Gegengeschenk nur ein paar Anstecknadeln als Souvenirs. verteilen kann. (Für etwa 2 Mark bekommt man an jeder Ecke ein ganzes Set aus Anstecknadeln.)

 

Am Bahnhof angekommen nehmen wir den Nachtexpress (Trans-Sibirien-Klasse) nach St. Petersburg. Der Zug ist in einem auffälligen Rot gehalten und trägt den Intourist-Schriftzug. Es sind hier alles Vierer-Schlafabteile. Unsere gesamte Reisegruppe wurde im Wagen 19 untergebracht ist, da dieser aber nicht ausreichend groß ist müssen wir, in Wagen 6 übernachten, also durch 12 Waggons voneinander getrennt. Wäre es denn nicht möglich gewesen, noch ein Abteil in Wagen 18 oder 20 zu bekommen? Flexibilität ist sicherlich keine Stärke der russischen Bahnen. So rollen wir also gen Norden und machen es uns in unserem Abteil so bequem wie irgend möglich.

 

Während alle anderen schlafen bewundere ich sobald es hell wird die Gegend, durch die der Zug fährt.

 

 

5. Tag: 4. Juni 1992

 

Nach einer mehr oder weniger gemütlichen Nacht im Zugabteil wecke ich die Mitreisenden mit den Worten: "An eurer Stelle würde ich aufstehen. Wir sind nämlich bald da!" Wie aufs Stichwort fährt der Zug in den Bahnhof ein.

 

Mit dem Bus werden wir sodann zu dem Hotel "Oktjabrskaja" am Ligovskij Prospekt gefahren. Nachdem der Bus einmal durch den. großen Kreisverkehr gefahren ist, staunen wir nicht schlecht, als wir schon da sind. Das Hotel liegt nämlich mehr oder weniger gegenüber des Bahnhofes, getrennt durch den "Polschchadij Vosstanija", dem Platz, der eher einer Straßenwüste ähnelt, mit einem Obelisken in der Mitte.

 

Im Hotel angekommen, erledigen wir zuerst die, bereits bekannten Formalitäten und erhalten dann, so wie auch in Moskau, ein Kärtchen, für das wir dann wiederum von der Etagenfrau den Zimmerschlüssel bekommen und umgekehrt. Vom Zimmer sind wir freudig überrascht. Es ist sehr groß, und in einer erkerförmigen Ausbuchtung steht eine komplette Couchgarnitur. Im Bad stellen wir jedoch Mängel fest. Das Waschbecken ist aus der Verankerung gerissen und hängt praktisch nur noch an den Leitungen.

 

Wir haben jetzt etwas Zeit, uns frischzumachen und ein Frühstück einzunehmen. Dann unternehmen wir eine erste Stadtrundfahrt. Uns wird erklärt, daß man St. Petersbürg auch als "Venedig des Nordens" bezeichnet. Weitere bekannte Bezeichnungen für diese Stadt sind beispielsweise "Kaiserin der Ostsee" und "Babylon im Schnee". Die Stadt, die 67 Jahre lang den Namen "Leningrad" trug, entsprang ursprünglich der Imagination eines Einzelnen, des Zaren Peter des Großen. Sie entstand Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem Reißbrett und wurde 1712 zur Hauptstadt Rußlands erklärt. St. Petersburg besteht aus 44 größeren und kleineren Inseln, unzähligen Kanälen und Flüßchen und fast 500 Brücken, die diese überspannen.

 

Sie ist mit knapp fünf Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Rußlands, eine wissenschaftliche und kulturelle Metropole und hat die wichtigsten Häfen des Landes.

 

Zuerst besuchen wir den alten Handelshafen, der unter Zar Peter I. angelegt wurde und viel zu schnell bis an seine: Kapazitätsgrenzen ausgelastet war, sodaß bereits der nächste Zar einen größeren Hafen außerhalb der Stadt in Betrieb nehmen mußte. Auf dieser historischen Insel stehen die ehemalige Börse und zwei Lagerhäuser, sowie zwei kleine alte rote Leuchttürme, die sehr charakteristisch sind. Vor der Börse liegt ein Park, von dem aus man die Neva überblicken kann, die sich an dieser Stelle gabelt.

 

Wir entdecken auch zwei Brautpaare, die traditionell an dieser Stelle eine Flasche Sekt auf ihre Zukunft trinken und vor dieser interessanten Stelle ein Hochzeitsfoto aufnehmen.

 

Als nächstes halten wir noch kurz an der Isaac-Kathedrale, die wir jedoch noch an einem anderen Tag genauer besichtigen werden. Nächster Stop ist die Erlöser-Kathedrale, die zur Zeit renoviert wird. Es ist ein sehr attraktiver Bau mit mehreren verschieden gestalteten Zwiebeltürmchen. Zur Mittagszeit machen wir Halt in einem Restaurant. Dort gab es eine Art Räucherfleisch, dann Borschtsch (die traditionelle Krautsuppe), zum Hauptgang Rindfleisch und Reis und zum Nachtisch ein Eis. An Eis scheint es hier schon mal nicht zu mangeln.

 

Nach dem Essen geht die Stadtrundfahrt weiter, und zwar zuerst zur Aurora. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Mehlsorte zum Kuchenbacken, sondern um einen Panzerkreuzer aus dem ersten Weltkrieg, der auf einem Flußarm vor Anker liegt. Dieses Schiff ist ein Revolutionsdenkmal, da dessen Kanonenschuß das Signal zur Oktoberrevolution gab. Ansonsten ist an diesem Schiff nichts Auffälliges festzustellen. Wie an jeder touristischen Attraktion stehen auch hier viele Souvenirverkäufer mit ihren Ständen.

 

Außerdem finden wir hier auch eine Musikband vor, die Blasmusik spielt. Auf ein Trinkgeld eines Mitreisenden stimmt diese Gruppe die deutsche Nationalhymne an.

 

Nächster Besichtigungspunkt ist die Peter-Paul-Feste. Von hier aus wird immer mittags um 12 Uhr ein Schuß abgegeben. Diese Feste ist übrigens das erste aus Steinen bestehende Gebäude dieser Stadt. Außerdem befinden sich hier die Kirche, wo Zar Peter I. beigesetzt ist, und die Münzprägeanstalt.

 

Als mit der Inflation die Geldmünzen: bedeutungslos geworden sind, hat sich die Präge auf die Produktion von Anstecknadeln (!!) verlagert.

 

Auf der Rückseite der Feste (zum Fluß hin) ist eine Art Aussichtspunkt. Viele von uns nutzen hier die Sonne und die Friedlichkeit (es ist sehr schönes Wetter) für eine kleine Verschnaufpause.

 

Dann begeben wir uns zu einem Souvenirgeschäft, oder wie auch immer man das nennen will. Es befindet sich in einem prachtvollen großen Bau, vermutlich aus der Zarenzeit, von deren Art es hier noch überraschend viele gibt. Vermutlich war es mal ein Wohnhaus irgendeines höher gestellten Beamten, eines Kaufmannes, oder von sonst jemandem. Hier finden wir jedenfalls besonders kunstvolle Babouscha-Sammlungen, Kunstgegenstände und sogar kleine, kunstvolle Häuser für die Babouschkas.

 

Nach dem Abendessen unternehmen wir einen Bummel den Nevskij Prospekt entlang. Wir entdecken einige Kinos, in denen uns völlig unbekannte Filme laufen, einige wenige Devisenkneipen, aber keine typisch russische Kneipe. Weiterhin beobachten wir in dieser Straße ein paar Belgier, die versuchen, in ihr Auto einzusteigen. Es geht jedoch ständig die Alarmanlage an. Ein Polizist sieht seelenruhig ihren Bemühungen zu. Seine Gedanken waren unschwer zu erraten: „So eine Alarmanlage im Auto ist doch wirklich etwas wahnsinnig praktisches“.

 

 

6. Tag: 5. Juni 1992

 

Heute steht der Besuch der Ermittage auf dem Programm. Hierfür begeben wir uns zuerst auf den Alexanderplatz. Die Säule in der Mitte dieses Platzes besteht aus purem Granit. Sie ist nicht besonders befestigt; hält sich also lediglich durch ihr Gewicht von vierzig Tonnen stabil. Wie die Säule damals ohne die technischen, Mittel von heute aufgestellt werden konnte, kann man sich kaum noch vorstellen. Um diesen Platz herum stehen die weit auslaufenden Regierungsgebäude der damaligen Zaren, darunter auch der Winterpalast der Zarin Katharina, der auch gleichzeitig Eingang zu dem größten Kunstmuseum der Welt ist. Das zweitgrößte steht im Übrigen in New York, das wir auf der einer weiteren Reise bald bewundern werden.

 

Schon das Treppenhaus, durch das wir hineinkommen, ist mit weiß gehaltenen Wänden und Skulpturen mit goldenen Verzierungen und einem großen Deckengemälde sehr beeindruckend. Neben mehreren prachtvollen Räumen, in denen wertvolle Kunstwerke aus der ganzen Welt angesammelt sind, sehen wir auch das Zar Peter I. Gedenkzimmer. Da hier jeder Zar umfangreiche Umbaumaßnahmen unternommen hat, erinnerte nichts mehr an den ersten Zaren, und so wurde eines Tages ein spezielles Zimmer nur zum Gedenken an ihn eingerichtet. Ansonsten ist die Ermitage dermaßen vollgestopft mit Kunstwerken aus aller Welt, daß wir derer schnell überdrüssig werden. In den uns zur Verfügung stehenden anderthalb Stunden ist es uns sowieso, nur möglich einen begrenzten Überblick zu erhalten, soweit man von so einem überhaupt reden kann. Am beeindrucktesten ist, daß man von hier aus den 12-Uhr-Schuß der Peter-Paul-Feste sehr gut sehen und hören kann.

 

Zu Mittag essen wir in einem privat geführten Restaurant. Gegenüber den staatlich geführten Restaurants ist der Service merklich besser, aber auch hier ist man offensichtlich auf lieferbare Zutaten beschränkt. Nachmittags ist ein Treffen mit Kommunalpolitikern arrangiert. Diese stellen sich vor und beantworten unsere Fragen mit größter Mühe. Noch mehr Mühe hatten allerdings unsere Dolmetscher. Neues brachte diese Gesprächsrunde allerdings nicht, waren uns die Tatsachen der Verelendung sozial schwacher Menschen und des Problems der Schieber, Schwarzhändler und der russischen Mafia nicht verborgen geblieben. Daß sich diese Herren größte Mühe mit der Regierung ihrer Stadt geben ist klar, daß dies nicht viel nützt, ebenso.

 

Nach einem Abendessen mit Schampanskoje versuchen wir nochmals mit wenig Erfolg, nach Hause zu telefonieren: "Nje rabotjet" war die Auskunft der Etagenfrau. Naja, auf diesen maroden Leitungen auch kein Wunder. Dann machen wir uns auf den Weg "in die Stadt". In der Tschaika am Kanal Gribojedova in einer Seitenstraße des Nevskij Prospekt, die in deutsch-russischer Kooperation geführt wird und Jever-Bier ausschenkt, kehren Kurt und ich ein und treffen noch einige andere Leute aus unserer Gruppe. Nach einigen Bieren beschließt eine Gruppe, den Brücken beim Hochklappen zuzusehen. Ich wandere unterdessen mit den Anderen Richtung Hotel.

 

Wie mir Kurt erzählte werden um ein Uhr nachts die Brücken an der Neva hochgeklappt, damit die großen Seeschiffe einfahren können. Leider war die Gruppe etwas zu langsam und sie sahen nur die Brücken nach einer knappen Stunde wieder herunterklappen. Das Interessante ist, daß sich auf der Brücke auch die Oberleitungen von Straßenbahnen und Oberleitungsbussen befinden, die dadurch getrennt werden. Außerdem stellten sie fest, daß zu dieser nächtlichen Zeit sehr viele Menschen am Flußufer stehen und den Schiffen beim Passieren zusehen. Schließlich war es ja auch eine sehr milde Nacht. Zurück in Richtung Hotel nehmen sie dann ein Taxi, dessen Fahrer sie zuerst vor einem falschen Hotel absetzen will.

 

Ich habe mir unterdessen das Spätfernsehprogramm mit Werbung und einem Spielfilm (in Deutsch) angeschaut.

 

 

7. Tag: 6. Juni 1992

 

Am Vormittag besuchen wir zuerst das Russische Museum. Während in der Ermitage keine Werke russischer Künstler zu finden sind, befinden sich hier ausschließlich Werke russischer Künstler. Als Absolvent der Kunstakademie muß man eine Prüfungsarbeit abliefern, die dann am Ende hier landet. Praktisch gesehen sind also alle Werke Prüfungsarbeiten. Darunter befinden sich auch einige übergroße und sehr stimmungsvolle Bilder, beispielsweise die eines Schiffsbruchs. Leider war auch hier das Fotografieren lediglich ohne Blitz gestattet.

 

Als nächstes besichtigten wir noch die Isaac-Kathedrale, deren hohe Kuppel einen weitreichenden Blick über die Stadt erlaubt.

 

Daß es in St. Petersburg keine Hochhäuser gibt begründet sich auf ein Dekret, der einst von Zarin Katharina erlassen wurde. In diesem hieß es, daß kein Gebäude höher gebaut werden darf als ihr Winterpalast: Ausnahmen bilden lediglich die Kuppeln und Türme der Kirchen und Kathedralen, deren größte eben die Isaac-Kathedrale ist. Da in dieser Kathedrale alle Arten von Marmor und Halbedelsteinen zu finden sind, nennt man sie auch scherzhaft "das mineralogische Institut".

 

Da wir immer gesagt bekommen St. Petersburg sei das russische Tor zum Meer, wollen wir natürlich auch etwas vom Meer sehen. Also fährt uns der Reisebus zu einer großen Hotelanlage, die direkt am Finnischen Meerbusen steht. Es ist das Hotel Pribaltijskaja, das aufgrund seiner außerhalbliegenden Lage höher gebaut ist, als eigentlich in dieser Stadt erlaubt ist. Aufgrund des sehr warmen Wetters, das uns schon die ganze Zeit unserer Reise begleitet, finden wir auch viele badende Touristen an den Stränden. Auf den ersten Blick könnte man meinen, wir befänden uns in irgendeinem Mittelmeer-Urlaubsland.

 

Nachmittags ist kein Programm mehr vorgesehen, und so machen Kurt und ich uns auf den Weg, unsere Eindrücke des Nevskij-Prospekts, der eigentlichen Hauptstraße dieser Stadt, festzuhalten. Da hier keine Häuser abgerissen werden dürfen bzw. bei baufälligen Häusern die Fassade immer erhalten (oder rekonstruiert) werden muß, ist dieser Anblick besonders interessant, zumal hier Fassaden aus den unterschiedlichsten Epochen und Zeiträumen zu finden sind. Die Räume zu der Straße hin sind grundsätzlich nur Büros, da festgestellt wurde, daß die Lärmbelästigung für Wohnungen zu hoch und damit nicht zumutbar ist. In der Kneipe "Nevskij 40" kehren wir ein. Auch diese Kneipe ist ein deutsch-russisches Joint-Venture und nimmt natürlich nur Devisen zur Zahlung an. Hier rollt der Rubel also auch nicht.

 

Am Abend feiern wir kräftig unseren Abschied, und der russische Schampanskoje fließt in Strömen. Reihum wird die jeweils nächste Flasche bestellt und geköpft. Zum Unterhaltungsprogramm an diesem Abend gehört auch eine Zigeunergruppe und ein Schlangenbeschwörer. Als die Sperrstunde naht, überzeugt unser Trinkgeld den Kellner davon, daß eine geschlossene Gruppe auch etwas länger sitzen bleiben und noch einige Sektflaschen vernichten darf. Als Andenken nehme ich noch Wodka und Kaviar mit.

 

 

8. Tag: 7. Juni 1992

 

An diesem Morgen beschränkt sich unser Programm auf Frühstück und Kofferpacken. Schon zeitig brechen wir in Richtung Flughafen auf, da die Abwicklung dort in einem unvorstellbar langsamen Tempo vor sich geht. Ein anderer der Fluggäste schildert uns, daß am Moskauer Flughafen pünktlich zum Eincheckende die Schalter dichtgemacht werden. Wer bis dahin noch nicht an der Reihe war, hat keine Aussichten mehr, seinen Flug noch zu bekommen. Nach über zwei Stunden Schlange stehen sind wir sehr froh, doch noch einchecken zu können, da wir damit bereits knapp über der Zeit waren. Wenigstens hatten die Zöllner nicht viel Interesse daran, genauer zu untersuchen, was wir alles ausführen möchten. So erfuhr ich erst später, daß die Ausfuhr einer Dose Kaviar und Wodka nicht erlaubt ist.

 

Der Service auf dem Nachhauseflug war erbärmlich, wie nicht anders zu erwarten war. Der andere Fluggast hat uns überdies noch erklärt, daß es auf Inlandsflügen überhaupt keinen Service gibt. Beispielsweise würde auf dem Flug nach Wladiwostock noch nicht einmal ein Essen serviert - schließlich ist Wladiwostock noch­Inland. Nun ja, dafür bekamen wir eine kalte Zwischenmahlzeit, Etwas Brot, etwas Wurst und die obligatorische Gurkenscheibe dazu. Besser als verhungern denke ich, und esse etwas davon.

 

Leider darf die Maschine in Frankfurt nicht am Schlauch anlegen, und so werden wir von einem Flughafenbus zum Terminal gefahren. Die Wege der Flughafenbusse sind unergründlich, denn wir fahren einige Minuten bis dort hin. Nach dem Auschecken fahren wir mit der S-Bahn und dem Zug nach Mannheim, wo wir von Wolfgang, meinem Bruder, abholt werden.

 

 

Als Fazit kann ich nur ziehen, daß Moskau eine langweilige Stadt ist, St. Petersburg dagegen ist eine pulsierende Metropole und man nach Möglichkeit nie mit der Aeroflot fliegen sollte, solange sich das nicht irgendwie vermeiden läßt.

 

Insgesamt gesehen war die Reise es wert, zumal es das erste Mal war, daß ich geflogen bin.

 

[Home] [Über mich...] [Reisen] [Buch] [Lustiges] [Diplomarbeiten] [Einige Links] [Gästebuch] [Weissheiten] [Widmung] [Kontakt] [Impressum]

(c) by Achim Mechler im Dezember 2006

~