HongKong
Home
Reiseberichte

Montag, 14.10.1996

 

Den Morgen über habe ich damit verbracht, einige unbedeutende – aber dennoch wichtige – Dinge zu besorgen. Ebenso konnte ich mich trotzt der hohen Telefongebühren dazu aufraffen ein paar Telefonanrufe zu tätigen. Und im Zeitalter von Internet & Co. mußten zu guter letzt auch noch verschiedene E-Mails beantwortet werden.

Pünktlich um 14.43 Uhr ging die Reise nun endlich los. Als alle Mitreisenden eingetroffen waren, verstauten wir die Koffer im Bus und der Sturm auf die besten Plätze begann. Es ist anzumerken, daß wir ca. 20 Personen waren und der Bus die Normalgröße hatte.

Nach einem Begrüßungsumtrunk mit Sekt in Kunststoffbechern und einer Begrüßungsrede unserer Reiseleiterin Dagmar Finke fuhren wir frohen Mutes Richtung Frankfurt-Airport. Nach der üblichen Check-in-Prozedur, wobei ich mal wieder meinen Rucksack ausräumen mußte, startete unsere Maschine, eine Boing 767, um 18.35 Uhr Richtung London, wo es die erste Zeitverschiebung dieser Reise geben sollte (minus 1 Stunde).

Der Anflug auf London bei Nacht ist wirklich sehenswert und interessant. Die beleuchteten Straßen und Häuser, einfach klasse. Da der Flug nur 1h15min. dauerte, mußten sich die Stewardessen und Stewards beeilen, um das Abendessen auf den Tisch bzw. an die Sitze zu bringen.

In London schauten wir uns noch etwas auf dem Flughafen um; man soll es nicht für möglich halten, der Flughafen ist so groß, daß von einem Terminal zum anderen ein Bus hin und her pendelt. Der Terminal für Interkontinentalflügen, wovon wir aus starteten, befindet sich etwas außerhalb, daher mußten wir mit dem Bus zu diesem Terminal gebracht werden.

Dann startete unsere Maschine um 22.20 Uhr (Ortszeit), eine Boing 747/400 (Megatop), Richtung Hongkong. Ich weiß nicht welche Route wir geflogen sind, aber wie man anhand der Fotos sieht, sind einige gute Luftaufnahmen dabei.

 

 

Dienstag, 15.10.1996

 

Nach 12 Stunden, 3 Spielfilmen, einigen Comedy-Serien, einer Dokumentation und 2 Essen kommen wir am Dienstag, den 15.10.1996 um 17.30 Uhr am Flughafen Hongkong an. Nach dem Einchecken ins Hotel ergeben sich bereits für mich die ersten Probleme. Zuerst einmal muß ich anmerken, daß hier alles etwas kleiner ist als bei uns Zuhause. Wenn ich mich strecke, komme ich spielend leicht an die Decke und darüber hinaus – das habe ich heute im Badezimmer festgestellt (AUTSCH, die arme Decke). Desweiteren sind die Betten etwas kleiner. Meine Beine ragen gut und gern 20 cm über das Bettende hinaus. Also muß ich Nachts die Embryo-Stellung einnehmen. Meinen Kopf habe ich mir natürlich auch schon am oberen Ende des Bettes angestoßen.

Während ich diese Zeilen "imaginär auf einem Laptop tippe" (alles gelogen – ich (C.) tippe, Anm.: ich diktiere die ganze Sache natürlich), habe ich nasse Haare, weil kein passender Adapterstecker vorhanden ist. Ich habe zwar ein ganzes Sortiment mitgenommen, aber keiner paßt so richtig.

Heute Nacht wollen wir einen kleinen Erkundungsausflug in Hongkong machen und einige Hongkong Dollars umtauschen. Kurzer Uhrenvergleich: bei uns hier ist es 20.16 Uhr (Hongkongzeit) und zu Hause ist es jetzt 14.15 Uhr (Upps). Nach anfänglichen Schwierigkeiten, was wir denn nun anziehen sollen, haben wir uns dann doch entschieden, nicht mit Jacken, sondern nur mit einem Rucksack bekleidet (mal abgesehen von der üblicher Kleidung wie T-Shirt, Jeans und Schuhe) rauszugehen. Der Hintergrund ist der: im Hotel ist es durch die Klimaanlage "saukalt" (Entschuldigung für das Wort – aber es ist nun mal so). Wir meinten, daß es draußen auch kälter wäre, also zogen wir unsere Jacken an und ging aus dem Hotel raus. Ein Schritt vor die Tür belehrte uns eines Besseren. Prompt machten wir kehrt, gingen zurück und ließen die Jacken im Zimmer.

Eigentlich wollten wir Abends den Vogelmarkt besuchen. Nach einer Odyssee fanden wir auch die Straße, in der der Vogelmarkt stattfinden sollte, doch die Zeit hat nicht hingehauen (aua!!), denn der Vogelmarkt war schon abgebaut. Im Klartext soll das heißen, daß wir ihn dreidimensional zwar gefunden haben, aber vierdimensional (der Zeitraum) leider schon der Vergangenheit angehörte.

Bei unserer Suche brachen wir zum ersten Mal und hoffentlich auch zum letzten Mal ein Sakrileg, d.h. wir gingen zu McDonald's und aßen Chicken McNuggets (Anm.: die Anmerkung der Schreiberin wurden übernommen), Pommes Frites und Coke. Das einzig chinesische an dem Essen war die Bezahlung in Hongkong Dollar und die süßsaure Soße. Kaum gingen wir aus McDoof, entdeckten wir eine Garküche, in die wir eigentlich hätten auch gehen können – sie war nur zwei Schritte entfernt.

Weil wir den Vogelmarkt nicht fanden, entschlossen wir uns kurzerhand, den Ladies-Market zu besuchen, aber auch hier hakte es mit der vierten Dimension. Die Stände waren schon halb abgebaut, zumal es auch noch anfing zu regnen. Wir entschlossen uns deshalb noch einen kleinen Window-Shopping zu machen und dann ins Hotel zurückzukehren, wo wir dann gegen 0.00 Uhr ankamen.

 

 

Mittwoch, 16.10.1996

 

Wir schreiben nun den 16.10.1996, 00.01 Uhr. Nach ein paar Anrufen (nach Hause telefonieren!!!), schalteten wir das Licht aus, planten ein paar Dinge im voraus, erzählten und versuchten dann zu schlafen. Ich habe zwar ein Auge zugemacht, aber geschlafen habe ich nicht (Anm.: zu 50% ist es also gelungen). Im Flugzeug habe ich kaum geschlafen und diese Nacht auch nicht. Junge wo soll dies nur hinführen.

Um 6.00 Uhr klingelte das Telefon, es war der Weckdienst. In aller Herrgottsfrühe nahmen wir ein ausführliches Frühstücksbüffet ein. Ich mal wieder ohne jede chinesische Spezialität, wenn man die komische Sojamilch-Mischung nicht dazurechnet, die ich getrunken habe, während Kurt vorbildlich zwei Dimsungs (Anm.: da fehlt doch was!! – Anm. zur Anm.: Nein, hier fehlt Nichts. Die Dinger heißen wirklich so.) verdrückte. Danach machten wir uns auf den Weg nach Lantau. Zuerst mit dem Bus quer durch Kowloon und dann durch den Tunnel nach Hongkong Island zur Anlegestelle der Fähre nach Lantau. Die Überfahrt dauerte ungefähr 1h22min. Dort angekommen machten wir mit dem Bus eine Rundfahrt auf der Insel, wobei wir zuerst einen riesengroßen Buddha (Po Lin Monastery Big Buddha) besuchten und das dabei befindliche Kloster, wo wir nur dann fotografieren durften, wenn kein Mönch in der Nähe war.

Danach ging es weiter in ein Fischerdorf namens Tai O, welches aussah, wie unser Hinterhof vor 150 Jahren (Anm.: woher weisch?? – Ich weiß es eben). Ich habe den Eindruck, daß die Chinesen alles trocknen, was zu trocknen geht. Angefangen von getrockneten Früchten über getrocknete Fische bis hin zu getrockneten Fischblasen und – man höre und staune – getrockneten Eidotter (nach der deutschen Rechtsschreibenorm Eigelb genannt). Nachdem wir erfahren und gesehen haben, wie die getrocknet werden und welche Tiere da alles drauf herum kriechen, verging uns der Appetit gründlich nach getrockneten Sachen.

Danach ging es Essen mit mehreren chinesischen Spezialitäten als Vorspeise, wobei uns einige ziemlich asiatisch vorkamen und für unseren Gaumen kaum genießbar waren. Aber im Großen und Ganzen kann man sagen, daß einige leckere Sachen dabei waren. Da es sich um ein vegetarisches Mittagessen handelte, fehlte logischerweise das Fleisch.

Nach der Rückkehr nach Kowloon, stiegen wir an einem "großen" Kaufhaus aus. (Anmerkung: Wer das Macy's in New York kennt, für den ist alles andere ein kleines Kaufhaus). Wieder einmal ging es zum Window-Shopping machen, die Nathan-Road entlang.

Nach dem Duschen geschah ein kleines Malheur. Einen Adappterstecker hatten wir uns Zwischenzeitlich für den Fön besorgt. Durch die unterschiedliche Stromspannung, die eigentlich nicht vorhanden ist, ich den Fön aber trotzdem umgestellt hatte, brannte der Fön durch (mit wem denn??), was allerdings keinen großen Schaden an mir nahm – der Föhn verabschiedete sich mit einem ordentlichen Feuerwerk, d.h. das Licht wurde etwas dunkler und Funken sprühten. Wie es bei einem richtigen Feuerwerk üblich ist knallte es auch. Nun muß der Fön als Sondermüll entsorgt werden (Anm.d.Red.: gehört in die Eletro-Kleingeräte-Sammlung!!). Das tolle war aber, daß auf dem Frisiertisch eine Mitteilung über eine Brandübung lag, diese wurde durch herumfliegende Drähte leicht angeschwärzt.

Zur Zeit: es ist 19.30 Uhr, und wir warteten auf das Abendessen und zappten uns etwas durch das örtliche Fernsehprogramm. ca. 8.00 Uhr (Anm.: is es jetzt nich 20.00 Uhr?) machten wir uns auf die Suche nach einem echt chinesischen Restaurant. Nach einer U-Bahnfahrt und einer halben Stunde Wegmarsch, fanden wir das Restaurant in einer Einkaufspassage. Das Restaurant, heißt Harbourview-Seafood-Restaurant. Alles weitere entnehmen Sie bitte dem beigelegten Reiseführer. Zuerst wunderten wir uns über die noble Aufmachung und die trotzdem äußerst geringen Preise. Jeder bestellte sich nach seinem Geschmack, was er gerne wollte und jeder nahm diese Mahlzeit zu sich, wie er gelaunt war: manche mit Löffel, einige mit Stäbchen. Getränke gab es mal wieder aus Dosen (sogar das Bier). Zu unser aller Überraschung war das Essen gut und auch entgegen manchen Befürchtungen reichlich. Nur eine Reiseteilnehmerin hatte Probleme damit, da sie einen ganzen Krebs auf den Tisch gestellt bekommen hatte und nun nicht wußte wie man diesen mit Stäbchen auseinandernimmt bzw. den Panzer knackt, was zur allgemeinen Belustigung der Runde beitrug und auch später noch für Lacher sorgte. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel, wo wir noch eine kleinen Umtrunk zu uns nahmen und dann ins Bett gingen.

 

 

Donnerstag, 17.10.1996

 

Mittlerweile ist es Donnerstag, der 17.10.96, 00.55 Uhr. Morgen um 6.30 Uhr wird wieder das Telefon klingeln und eine Stimme vom Band irgend etwas chinesisches sagen, was dann so zu deuten ist, daß wir nun endlich aufstehen sollen.

Es ist 6.48 Uhr, die aktuellen Werte: 28° C, Tendenz steigend, 72 % Luftfeuchtigkeit, leicht bewölkt. Um diese Zeit scheint hier morgens im Fernsehen eine Art chinesische Seifenoper zu laufen, denn schon gestern ist eine Folge um diese Zeit ausgestrahlt worden. Es geht ums alte China mit Schwertkämpfen, Kung-Fu usw. Echt lustig die ganze Sache, besonders dann, wenn man es nicht versteht.

Es ist jetzt 15.49 Uhr Ortszeit und 9.49 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit. Wir sind gerade von der Stadtrundfahrt zurückgekommen. Wir haben vom Schiff aus den Flughafen gesehen, Hongkong-Island, Kowloon, den Hafen selbst und den Fischereihafen. Sind dann mit der Peak-Tram zur Viktoria-Peak hinaufgefahren, hatten dort eine wunderbare Rundumsicht über die ganzen Häuser und sind dann wieder mit dem Bus runter gefahren nach Aberdeen, wo wir das größte Restaurant (Jumbo) auf dem Wasser von außen betrachten konnten. Ebenso sind wir durch den Fischmarkt, der – wie so üblich wenn wir kommen – gerade beim Abräumen war, gelaufen. Hier ist eine andere Teilnehmerin ausgerutscht und hat sich zu den Fischen gesellt.

Dann machten wir eine Bootsfahrt durch Aberdeen. Man soll es nicht für möglich halten, aber auf den Wasserstraßen sieht es genauso aus wie auf den Straßen auf dem Land, keine Regeln, jeden gegen jeden und viel Verkehr, manchmal sogar mit Stau. Das besondere an Aberdeen ist, daß die Menschen hier auf Hausbooten direkt auf dem Wasser leben. Es gibt einen schwimmenden Supermarkt, eine schwimmende Küche, also nicht "Essen auf Räder", sondern auf dem Rumpf eines Schiffes.

Obwohl wir nun schon 3 Tage in Hongkong sind, hat uns eigentlich die Kaufwut noch nicht so richtig gepackt. Und die örtliche Reiseführung uns immer wieder in Verführung brachte. So zu Beispiel besichtigen wir eine echte Edelsteinwerkstatt und hätten dort nach Herzenslust Diamanten und andere Kostbarkeiten kaufen können. Aber für wen? Uns packte die Kaufwut nicht, ganz im Gegensatz zu anderen Teilnehmern. Aber dieser Umstand sollte sich schlagartig ändern.

Wir besuchten außerdem ein etwas kitschiges Kloster am Repulse Bay mit vielen bunten Figuren die – wenn man sie berührte – bestimmte Ereignisse hervorrufen sollten. Die Eine z.B., wenn man sie am Bauch rieb sollte Kinder bringen, die andere Geld und wieder eine Andere Glück und Gesundheit. Einige der Teilnehmer streichelten – obwohl sie vorher darüber gelächelt hatten – die eine oder andere Figur. Aber so, daß kein Anderer sie bei dieser Tätigkeit sehen konnte.

Was steht heute noch alles auf dem Programm? Zuerst mal Postkarten (und einen Brief) schreiben, denn das muß auch sein und danach Hongkong by Night. Außerdem muß ich noch einen wichtigen Telefonanruf aus einer öffentlichen Telefonzelle tätigen. Ich muß sagen, daß telefonieren ins Ausland geht schnell und unkompliziert, vorausgesetzt man hat genug Kleingeld.

Ursprünglich war geplant zuerst den Victoria-Peak, dann den Night-Market in der Temple-Street und danach ein echt chinesisches Essen im Peking-Garden. Durch einen kleinen Autounfall auf der Straße zum Peak wurde der zeitliche Ablauf etwas verändert, so daß wir zuerst den Night-Market besuchten, auf dem es wirklich alles – ich betone alles – zu kaufen gibt und das auch noch zu äußerst günstigen Preisen. Die ersten Souvenirs und Mitbringsel wurden eingekauft. Einige von uns haben sich, um die ganzen Mitbringsel zu verstauen, weitere Koffer gekauft. Danach ging es zum Essen in den Peking-Garden. Angeblich ein 9-gängiges Menü. Beim 5. Gang habe ich aufgehört zu zählen. Ich kann es also nicht nachvollziehen, ob es nun wirklich 9 oder mehr Gänge waren. Die ersten Gänge waren für westliche Geschmacksnerven in Ordnung, aber dann kamen ein paar Gerichte, die selbst die Tapfersten unter uns nicht komplett verdrücken konnten, sondern nur teilweise probiert wurde. Ein Gericht, bei dem die Kellnerin ein ziemlich trauriges Gesicht machte, war eine schleimig aussehende, weiße, nach Fisch riechende Masse, in dem grüne und weiße Stengel gekocht waren. Keiner von uns konnte sagen was es war, nur das es abscheulich schmeckte, aber dem Ausdruck der Kellnerin nach zu urteilen, muß es für die Chinesen, bzw. Hongkongianer ein sehr teures und schmackhaftes Gericht sein. Während dem Essen konnten wir zuschauen wie Glasnudeln von Hand hergestellt wurden. Einfach beeindruckend diese Technik. Die Nudeln bekamen wir dann beim nächsten Gang vorgesetzt.

Nach diesem ausgiebigen Abendessen, ging es noch mal auf den Victoria-Peak. Um unserem Zeitplan nicht allzu sehr hinterherzuhinken, beschleunigte der Busfahrer zeitweise sehr stark, so daß er sogar seine persönliche Bestzeit brach und uns schneller als jemals zuvor auf den Peak brachte. Von dort oben bewunderten wir die Aussicht auf Hongkong bei Nacht (siehe Bilder) und fuhren dann ebenso schnell wieder zurück, so daß wir am Freitag, dem 18.10. um 0.30 Uhr wieder im Hotel waren, um für die Reise Morgen nach Kanton gut ausgeschlafen zu sein, denn voraussichtlich wird der gute, alte Weckdienst wieder um 6.00 Uhr zuschlagen.

 

 

Freitag, 18.10.1996

 

Es ist jetzt 6.16 Uhr am 18.10.1996. Nach mitteleuropäischer Sommerzeit wäre es jetzt 0.16 Uhr. Vor uns liegt ein neuer Tag, ein Tag im Inneren von China. Es geht zuerst mit dem Bus nach Kanton und dann mit dem Zug wieder zurück nach Hongkong.

Es ist jetzt 21.12 Uhr Ortszeit Hongkong. Mittlerweile sind wir etwas gestreßt und auch etwas müde von dem Ausflug nach Kanton zurückgekehrt. Wie geplant fuhren wir zuerst mit dem Bus an die Grenze, wo mir jetzt gerade einfällt, daß hier der Verkehr genau in der entgegengesetzten Richtung läuft, d.h. das die Autos wie in England auf der anderen Seite fahren und auch das Lenkrad auf der "falschen" Seite haben. Als wir an die Grenze von China kamen, mußten wir in einen anderen Bus umsteigen. Wir besuchten ein Museum in Shen Zhen und fuhren dann weiter nach Kanton, um genau zu sein der Ort heißt: Guangzhou. Dort besichtigten wir eine Ausstellung mit zeitgenössischen Handarbeiten der Chinesen, sowie ein Kloster und den Markt (siehe Bilder).

Das Mittagessen bestand diesmal aus kantonesischen Spezialitäten. Man sagt von den Kantonesen, daß sie alles essen, deren Rücken gegen den Himmel zeigt, d.h. alles was auf vier Beinen ist, außer Tische und Stühle, alles was sich im Wasser bewegt, außer U-Boote, und alles was fliegt, außer Flugzeuge. Mit diesem Wissen gingen wir also zum Mittagessen. Obwohl uns versichert wurde, daß es sich nur und Rind- und Schweinefleisch handeln würde, sowie normales Gemüse, hat es uns Westeuropäern doch etwas den Appetit verschlagen. Unsere Geschmacksnerven konnten nicht entsprechend gereizt werden, obwohl jeder von allem etwas probiert hat.

Die Rückfahrt traten wir mittels Zug an. Leider war die Aussicht durch die aufkommende Dunkelheit nicht sehr berauschend. Dafür die Unterhaltung im Zug um so mehr.

Obwohl wir fix und fertig waren, wollten wir noch unbedingt den Night-Market in der Temple-Street besuchen. Da es bis zu unserem Abflug, der in 2 Tagen sein würde, wir keine Gelegenheit mehr haben werden. Während wir auf dem Night-Market hoch und runter wanderten, gerieten wir in Kaufrausch und gaben unsere gesamten Hongkong-Dollar aus (unter Anderem auch für Aspirin), so daß wir schnellstmöglich neues Geld umtauschen mußten. Wir kamen um 0.30 Uhr Ortszeit im Hotel völlig verschwitzt wieder an. Nach dem Duschen gönnten wir uns einen geruhsamen Schlaf.

 

 

Samstag, 19.10.1996

 

Es ist Samstag, der 19.10., 7.45 Uhr. Heute haben wir den Tag zur freien Verfügung. Wir werden mit dem Tragflächenboot nach Macao fahren und die Insel besichtigen. Später werden wir dann noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen gehen. Abends wird dann ein Abschiedsessen stattfinden.

Wie geplant sind wir mit der U-Bahn, hier kurz MTR genannt, nach Hongkong-Island gefahren, genauer gesagt zum Shun-Tak-Centre.

Zuerst benutzen wir den Jetfoil um nach Macao zu gelangen. Der Jetfoil ist auf Deutsch ausgedrückt ein Tragflächenboot. Auf Macao machen wir eine Stadtrundfahrt mit der Rikja und besichtigen dort einige Bauwerke (siehe Bilder). Da die Stadtrundfahrt nur eine Stunde dauerte und wir mitten im Herz von Macao abgeliefert wurden, nahmen wir ein Taxi zurück zur Fährstation. Für den Weg Macao-Hongkong nahmen wir eine Turbo-Cat, das ist ein Schnellboot der Katamaranart. Man höre und staune, an Bord gab es sogar einen Film zu sehen. Allerdings waren wir so schnell wieder in Hongkong, daß der Film zwischendurch unterbrochen wurde. Nachtrag, für den, den's interessiert: Der Film hieß Judge Dread mit Silvester Stellone, Jürgen Prochnow und vielen anderen.

Wieder auf Hongkong-Island angekommen, nahmen wir die U-Bahn, die uns direkt ins Zimmer brachte (??!!).Es ist jetzt 18.30 Uhr, was für ein Zufall, und Zuhause ist es 12.30 Uhr (MESZ). Nun liegen wir hier im Bett, starren an die weiße Decke, die einige Farbfehler aufweist und ruhen uns aus für das Abendessen, das um 19.30 Uhr stattfinden wird.

Das Abschlußessen fand in einem Hotel statt, dessen Plattform sich langsam um die eigene Achse drehte, so daß man einen wunderbaren Überblick auf Hongkong bei Nacht hatte. Das Büfett war international. Man konnte, angefangen von indisch, malaiisisch, japanisch, chinesisch, europäisch usw. essen soviel man wollte. Das Essen war sehr gut. Uns hat es allen gut gefallen. Wir haben viel gelacht und viel Spaß miteinander gehabt und über die Rechnung in Höhe von 570,- HK$ soll hier geschwiegen werden. Urlaub ist Urlaub.

 

 


 

Sonntag, 20.10.1996

 

Mittlerweile ist es 0.52 Uhr, Sonntag, der 20.10.1996. Heute ist unser Abreisetag. Meine Koffer sind schon gepackt und stehen bereit. Die Abreise beginnt jedoch erst sehr spät am Abend. Also schlafen wir noch etwas, denn es wird wieder ein anstrengender Tag werden.

Den Morgen über sind wir zuerst mit der U-Bahn ins chinesische Kaufhaus gefahren, haben dort einige Souvenirs eingekauft und sind auf den Jade-Markt gegangen, um dort mehr oder weniger wertvolle Schmuckstücke aus Jade und allerlei "Kitsch" zu betrachten. Am letzten Tag gingen wir wieder in den MacDoof, um uns dort wie am Anfang zu stärken. D.h. wir nahmen wieder das gleiche Menü ein.

Danach fuhren wir mit der Star-Ferry von Kowloon nach Hongkong-Island, um dort im Bankenviertel die verschiedenen Banken zu fotografieren. Unter der Shanghai-Bank fand das traditionelle Sonntagstreffen der Kindermädchen aus Thailand statt. Wenn man durchlief, kam man sich vor wie in einem Hühnerstall. Nachdem wir alles Sehenswerte fotografiert hatten, nahmen wir die doppelstöckige Straßenbahn und fuhren an der Küste von Hongkong-Island sinnlos hin und her. Eine Fahrt in einer solchen doppelstöckigen Straßenbahn ist wirklich ein Erlebnis. Es klappert und rattert an allen Ecken und Enden, zudem kam noch dazu, daß es draußen in Strömen regnete und die Straßenbahn an den Fenstern nicht immer ganz dicht war. Nachdem wir genug gesehen hatten, nahmen wir die U-Bahn wieder zurück zu unserem Hotel, wo wir uns im Tageszimmer frisch machten und uns auf die Reise vorbereiteten.

Wir hatten uns vorgenommen alle öffentlichen Verkehrsmittel auszuprobieren und haben es auch geschafft: U-Bahn, doppelstöckige Busse, doppelstöckige Straßenbahnen, die Star Ferry, das Jetfoil und die Turbo-Cat, normale Busse, eine Fahrrad Rikja, ein Taxi ...

Danach ging es mit dem Bus zum Hongkonger Flughafen. Nach den Check-in-Formalitäten, hatten wir noch etwas Zeit zum zoll- und steuerfreien Einkaufen, was auch von einigen sehr fleißig genutzt wurde. Danach begann der 12-Stunden Flug Richtung London. Da wir immer dem Sonnenaufgang voraus waren, wurde es niemals hell außerhalb des Flugzeuges. Nach 3 Spielfilmen, einigen Comedy-Serien und ein paar Dokumentarfilmen der British Airways, landeten wir wohlbehalten in London, wo es die sprichwörtlichen Katzen und Hunde regnete. In London hatten wir 2 Stunden Aufenthalt, die – wie sollte es anders sein – wieder genutzt wurde, um günstig einzukaufen. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, daß ich ein Teesortiment im Werte von 3,99 £ mit einer Kreditkarte bezahlt habe, da keine fremdländische Währung mehr verfügbar war.

Danach kam dann die zweite Etappe: der Flug London – Frankfurt. Er verlief ohne nennenswerte Ereignisse. Bis auf die Tatsache, daß meine Nachbarin einen noch längeren Flug hinter sich hatte. Sie kam nämlich aus Australien (meinem Traumziel) über Singapur nach London. Man kann also nicht sagen, daß ein 12-Stunden Flug nicht zu überbieten sei. Es gibt immer noch etwas mehr. Nachdem wir in Frankfurt ankamen und ohne Problem durch den Zoll gingen, fuhren wir mit dem Bus zurück nach Hockenheim, wo wir dann auch durch unseren persönlichen Chauffeure abgeholt wurden und nach Hause gebracht wurden.

 

 

 

Fazit:

Hongkong ist durchaus eine Reise wert, es ist sehenswert und auch interessant, die Kultur und die Lebensart der Hongkong-Chinesen kennenzulernen. Allerdings ist die Stadt sehr laut, sehr schmutzig und überfüllt. In der Rush-hour oder an Sonn- und Feiertagen, sowie an Samstagen kann man sich kaum auf den Straßen bewegen. Die "schwarze Welle" ist überall. Der Verkehr kommt zum Erliegen. Die U-Bahn, das beliebteste Fortbewegungsmittel, und sämtliche andere öffentlichen Mittel, wie Busse und Taxen sind total überlastet.

Auch war es einmal interessant bei unserem Ausflug nach Kanton, richtige Chinesen kennenzulernen. Diese haben eine ganz andere Mentalität wie die Hongkong-Chinesen. Es gibt große und kleine Unterschiede im Aussehen und Verhalten.

Die Organisation der Reise hat prima geklappt, so daß es keinen Grund zur Beschwerde gibt. Das Hotel war für die Preisklasse echt super und das Frühstücksbüfett war auch nicht zu verachten. Der einzige Nachteil oder auch Mangel war der, daß die Gruppe zum größten Teil aus älteren Ehepaaren bestand.

Vergleicht man die Städte Moskau, St.Petersburg, New York und Hong Kong miteinander, so bleibt mein persönlicher Favorit immer noch St.Petersburg.

 

 

ENDE

 

und ein Dankeschön an die Schreiberin der Rohfassung

[Home] [Über mich...] [Reisen] [Buch] [Lustiges] [Diplomarbeiten] [Einige Links] [Gästebuch] [Weissheiten] [Widmung] [Kontakt] [Impressum]

(c) by Achim Mechler im Dezember 2006

~